Zur Geschichte der Juden in Hameln
und in der Umgebung
Die jüdischen Friedhöfe in Bad Pyrmont
Synagogengemeinde im Fürstentum Waldeck-Pyrmont |
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Friedhof 1 |
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Lage und Größe: |
Bombergallee (im Stadtzentrum); 1252 qm |
Bestand an Steinen: |
79 Steine (1889 bis 1932) |
Daten zur Geschichte: |
um 1788 gegründet (Geschenk des Fürsten Friedrich zu Waldeck-Pyrmont) |
Der jüdische Friedhof an der Bombergallee mit etwa zweihundert Gräbern, nachweisbar seit 1788, wurde 1934 auf Anordnung des Bürgermeisters Zuchhold geschlossen und der Stadt übereignet. Als "Tauschobjekt" für den 1252 qm großen Friedhof erhielt die Gemeinde einen 400 qm großen Friedhof Am Helsen, weit außerhalb der Stadt, der 1936/37 mit vier Grabstätten belegt wurde. Herr Zuchhold beteiligte die jüdische Gemeinde an der Schließung und Einebnung, in dem er seine Anordnungen in Vertragsform kleidete, und sie dann vor dem Notar von dem Vorsitzenden der Gemeinde "genehmigen und unterschreiben" ließ (Tauschvertrag vom 8. 4. 1934 und Übereignungsvertrag vom 17. 11. 1938).
In der Pogromnacht schändete die SA den alten Friedhof. Am 12. November 1938 erhielten Baurat Schätte und Dipl. Ing. Fink den Auftrag, den Friedhof einzuebnen. Etwa 100 Steine wurden zerschlagen und als Straßenschotter verwendet. Herr Fink ließ ca. 80 Steine auf ihren Grabstätten in 30 bis 50 cm tiefe Mulden legen und mit Erde bedecken. Am Helsen entfernte man die vier Steine von den Gräbern, zerschlug sie aber nicht, so dass sie nach 1945 wieder aufgestellt und der Friedhof völlig renoviert werden konnte.
1946 erhielten Herr Schätte und Herr Fink, später Baurat, den Auftrag, den alten Friedhof wieder herzurichten. Sie berichteten, die Steine seien so sehr beschädigt, dass das nicht möglich sei, und stellten somit die Weichen für die Entscheidung, auf dem Friedhof eine "Gedenk- und Weihestätte" zu errichten. Die Einweihung erfolgte am 7. 11. 1948. Ein Gedenkstein erhielt die Inschrift: "Dem Andenken ihrer jüdischen Mitbürger/ Die Stadt Bad Pyrmont". 23 bereits freigelegte Steine entfernte man von ihren Ruhestätten und stellte sie entlang der Friedhofsmauern auf "..., damit das Gelände besser gepflegt werden kann."
Durch einen Vergleich vom 26. 11. 1952 zwischen Stadt und der Jewish Trust Corporation erhielt der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen (Landesverband) das Eigentum am Friedhof Am Helsen zurück.
Zustand 1989 (Foto Bernhard Gelderblom)
Bis 1996 gab es keine Veränderungen auf den Friedhöfen. Baurat Fink a.D. wurde 1989 Stadtarchivar bis zu seinem Tode 1991. Er entwickelte eine Legende: Der Friedhof sei schon 1929 aus Quellenschutzgründen und wegen Ablauf der Ruhefristen geschlossen worden. Er leugnete die Schändung in der Pogromnacht. Die Einebnung im November 1938 sei nur zufällig zu diesem Zeitpunkt erfolgt.
Während der Rekonstruktion 1996/97 (Fotos Bernhard Gelderblom)
1996/97 erfolgte die Wiederherstellung des alten Friedhofes nach Erforschung seiner Geschichte und auf Initiative des Landesverbandes und der Arbeitsgruppe "Jüdischer Friedhof". Auch russisch-jüdische Emigranten halfen bei den Ausgrabungen. Die Stadt stellte Arbeitskräfte zur Verfügung und beteiligte sich bei der Finanzierung. Nun stehen wieder 79 Grabsteine auf dem Friedhof. Die nach Südosten ausgerichteten stehen an ihren ursprünglichen Standorten, alle anderen, die nach Süden zeigen, konnten nur symbolisch wieder aufgestellt werden. Im Dezember 1996 veranlasste Bürgermeister Demuth die Übereignung des jüdischen Friedhofes an den Landesverband (Vertragsabschluss am 6. 5. 1997). Die jüdischen Friedhöfe an der Bombergallee und Am Helsen sind die wichtigsten Zeugnisse, die uns an die ehemalige jüdische Gemeinde in Bad Pyrmont erinnern.
Verfasser: Heinrich Rostmann (†)
Zustand 2002 (Fotos Bernhard Gelderblom)
Friedhof 2 |
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Lage und Größe: |
Am Helsen (weit außerhalb der Stadt in Richtung Norden); 400 qm |
Bestand an Steinen: |
4 Steine (1935 bis 1937) |
Daten zur Geschichte: |
1934 neu angelegt als Ersatz für den von der Stadt geschlossenen Friedhof an der Bombergallee |
Zustand 2015 (Fotos Bernhard Gelderblom)